Spiegel Online, 25.04.2019

 

Deutsche Bank und Commerzbank sagen Fusion offiziell ab

Finanzindustrie

Deutsche Bank und Commerzbank haben einer Fusion der beiden Geldhäuser eine Absage erteilt. Nach gründlicher Prüfung habe sich herausgestellt, dass ein solcher Zusammenschluss nicht im Interesse der Aktionäre sowie anderer Interessengruppen beider Unternehmen wäre, teilten beide Banken mit. Ein Zusammenschluss würde keinen ausreichenden Mehrwert bieten - "auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen".

Die Vorstände beider Banken hatten seit Mitte März über eine Fusion verhandelt. Nach SPIEGEL-Informationen war es nun vor allem Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing
, der vor dem Schritt zurückschreckte. Zu komplex scheinen ihm der Zusammenschluss der zwei Großbanken und die damit verbundenen Aufgaben.

Hinzu kommt, dass es die Befürworter einer Bankenfusion versäumt haben, die Öffentlichkeit vom Sinn des Vorhabens zu überzeugen. Einer Umfrage zufolge war zuletzt etwa die Hälfte der Deutschen gegen die Fusion
. Das liegt auch daran, dass bei einem Zusammenschluss bis zu 30.000 Jobs weggefallen wären. Die Gewerkschaften liefen deshalb seit dem Bekanntwerden der Pläne Sturm. Auch große Investoren der Deutschen Bank, darunter das Emirat Katar und der chinesische Mischkonzern HNA, sahen eine Fusion skeptisch.

Die Deutsche Bank gab am Donnerstag zugleich vorläufige Geschäftszahlen für das erste Quartal des Jahres bekannt. So rechnet sie für die Monate Januar bis März mit einem Gewinn von rund 200 Millionen Euro.


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