KEM Konstruktion, 05.09.2017

 

Leichtbau forciert den Einsatz von Verbundwerkstoffen

Innovationen und der aktuelle Entwicklungsstand von Verbundwerkstoffen für den Automobilmarkt sind ein Schwerpunkt in den Messehallen der Composites Europe 2017, die vom 19. bis 21. September in Stuttgart stattfindet. Etwa ein Drittel der in Europa produzierten GFK-Materialien fließen in den Transportbereich. Die Zukunftsaussichten sind positiv, wie aus der aktuellen Markterhebung von Composites Germany hervorgeht. Ganze 46 % der befragten Unternehmen erwarten ein Wachstum in diesem Segment. Nur 15 % gehen von einem Rückgang aus. Nicht nur bei thermoplastischen Verbundwerkstoffen, sondern auch bei duroplastischen Werkstoffen wie SMC gehört die Automobilindustrie zu den größten Abnehmern.

Marktstudie "Leichtbau als Innovationsfaktor"

"Geht es um Composites in der Automobilindustrie, ist der moderne Leichtbau das Thema Nummer eins", erklärt Branchenexperte Rainer Kurek, Geschäftsführer der Automotive Management Consulting GmbH (AMC) aus Penzberg bei München. Schließlich erfasse dieser alle Aspekte des Automobil-Leichtbaus - vom Konzept, den Funktionen und Verbindungstechniken bis zu den Werkstoffen. Das Ausbildungs- und Beratungsunternehmen hat sich auf die Strategien, Prozesse und Strukturen der Automobilindustrie spezialisiert und stellt am 21. September gemeinsam mit dem Messeveranstalter Reed Exhibitions die Studie "Leichtbau als Innovationsfaktor" vor, die die ganzheitliche Sicht der Dinge im Detail angeht.

"In der Marktstudie stecken fast 150 Jahre Erfahrungswissen der deutschen Automobilindustrie", betont Kurek. "Sie dient vor dem Hintergrund zunehmender Umwelt- und Klimaschutzanforderungen, einer fragilen Energieversorgung und daraus resultierenden, verschärften Zielen zur Ressourcenschonung dazu, den Innovationsstandort Deutschland nachhaltig weiterzuentwickeln und zu stärken." So habe der Entwickler früher eher vom Werkstoff aus gedacht. "Heute gehen die Konstrukteure das Thema Leichtbau integrativ an - mit anderen Verbindungs- und Produktionstechniken sowie neuen Werkstoffen. Die typische Aufgabenstellung der OEM an uns lautet heute fast immer integrativer Leichtbau."

Das Beste aus verschiedenen Werkstoff-Welten

Der hybride Leichtbau, der metallische Werkstoffe mit Composites verbindet, ist ein weiterer Trend im Automobilbau, wie Kurek bestätigt. Seiner Einschätzung nach gelte es, die Stärken der jeweiligen Materialien intelligent zu nutzen. "Wir müssen uns sehr genau überlegen, wie sich die unterschiedlichen Werkstoffe stärkenkonform einsetzen lassen. So nehmen Composites beispielsweise Zugkräfte sehr gut auf, während bei Druckkräften eher metallische Werkstoffe gefragt sind." Exakt diese Fragestellung sieht Kurek als die wichtigste Aufgabenstellung der Fachmesse an: "Es geht auch bei Composites heute längst nicht mehr um Entweder-oder, sondern um Sowohl-als auch. Metallische Werkstoffe haben genauso ihre Daseinsberechtigung wie Composites."

Fragestellungen zum Leichtbau mit anderen Werkstoffen wie Aluminium oder Stahl beantwortet auf der Composites Europe das Lightweight Technologies Forum. Das kombinierte Ausstellungs- und Vortragsforum dient mit Ausstellern wie Kunststoffwerk AG Buchs, Linn High Therm, Schütze, Ocsial Group, Hexcel Composites und AR Engineers als materialübergreifende Schnittstelle zu Metall- und Faserverbund-Technologien in Strukturbauteilen.

3rd International Composites Congress (ICC)

Den Auftakt zur Fachmesse bildet der 3rd International Composites Congress (ICC), der am 18. und 19. September von der Wirtschaftsvereinigung Composites Germany veranstaltet wird. Aktuelle Trends, neue Anwendungen und Technologien sowie ein umfassender Überblick über Marktentwicklungen in Europa und Weltweit sind Schwerpunkt des Kongresses. Partnerland ist in diesem Jahr Korea, das mit exklusiven Referenten vertreten sein wird. jpk

www.composites-europe.com