Darmstädter Echo, 20.06.2012

 

Unterstützung aus den eigenen Reihen

Personalien: HSE-Manager Böddeker und Koch sollen Konzern auf Kurs halten – Für ein Jahr in den Vorstand

In aller Ruhe kann eine vom Aufsichtsrat der Heag Südhessische Energie AG (HSE) eingesetzte Findungskommission eine dauerhafte Besetzung des HSE-Vorstands suchen. Für ein Jahr werden Michael Böddeker und Karl-Heinz Koch im HSE-Vorstand an die Seite von Arbeitsdirektor Andreas Niedermaier treten.

Wie Oberbürgermeister Jochen Partsch gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Böddeker, Koch und Niedermaier berichtete, habe der Aufsichtsratssitzung am Montag Koch und Böddeker „einvernehmlich und einstimmig“ als kommissarische Vorstände mit Wirkung vom Dienstag auf ein Jahr berufen. Es habe zwar eine Vielzahl von Initiativbewerbungen gegeben. Letztlich habe sich aber der Vorschlag der Anteilseigner durchgesetzt; die Stadt Darmstadt hat 53 Prozent der Anteile, E.ON 40 Prozent, den Rest haben der Landkreis Darmstadt und einzelne Kommunen.

Er sei sehr froh, so der OB, dass es nach einer langen, intensiven Diskussion – der Aufsichtsrat tagte von 9 bis nach 16 Uhr – zu dieser „sehr guten Lösung“ gekommen sei. Koch und Böddeker seien Macher aus der HSE, „die das Unternehmen, sein Umfeld und die Kooperationspartner in der Region gut kennen“. Böddeker sei ein erfahrener Vertriebsmann, der sich auch um Marketing kümmere, Koch ein exzellenter Betriebswirt und Kaufmann. Der nun wieder komplette Vorstand entscheide intern über die Aufgabenverteilung in dem Führungsgremium.

Koch und Böddeker seien eine gute Besetzung, betonte Partsch. Beide hätten in der Vergangenheit gezeigt, dass sie gut zusammenarbeiten könnten. Unter ihrer Führung habe die HSE-Vertriebstochter Entega große Kooperationen mit Partnern aus der Region angestoßen.

Jetzt gehe es darum, die HSE wieder positiv in Schlagzeilen in Bezug auf die Energiewende zu bringen. Anders als andere Unternehmen, die jetzt „green washing“ betrieben, habe es die HSE schon immer ernst genommen mit erneuerbaren Energien. Es bestehe einvernehmlich der Wille, die HSE zum erfolgreichsten Energiedienstleister in Hessen zu machen.

Koch sagte, für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, aus dem Ruhestand zur HSE zurückzukehren und dort den kaufmännischen Bereich, der seit dem Weggang von Holger Mayer „nahezu leer“ sei, aufzufangen: „Ich möchte sehen, dass sich die HSE erfolgreich weiterentwickelt.“

Auch sein Kollege Böddeker betonte, es sei allen ein Anliegen, die HSE mit ihrem Know-how in der Region und bundesweit zu positionieren. Das Vertrauen in die Kraft des Unternehmens müsse zurückgewonnen werden.

Nach den Worten Niedermaiers hat der Aufsichtsrat Entscheidungen getroffen, mit denen man gut in die Zukunft gehen könne. „Das Unternehmen ist arbeits- und leistungsfähig.“

Die vom Aufsichtsrat eingesetzte Findungskommission, hälftig besetzt aus Anteilseignern und HSE-Beschäftigten, wird laut Partsch am 27. Juni erstmals tagen. Ihr bleibe nun genügend Zeit, für eine dauerhafte Besetzung des HSE-Vorstandes zu sorgen. Die Berufung von Koch und Böddeker sei eine dringend gebotene Interimslösung und keine Vorfestlegung, betonte Oberbürgermeister Partsch.