Badische Zeitung, 24.07.2013

 

Behindert? Das geht alle an

"Waldkirch all inclusive" begleitet die Tunnelsperrung mit Aktionen zum Thema Behinderung

Unter dem Motto "Achtung Behinderung" soll auf originelle und humorvolle Art auf das Behindert-Werden und Behindert-Sein aufmerksam gemacht werden. Der Karikaturist Peter Gaymann hat dafür sechs Cartoons gezeichnet, die die Themen Stau und Behinderung verknüpfen. Auf großen Tafeln - jeweils 2 mal 1,60 Meter - werden sie in den kommenden Wochen an den Staustrecken aufgebaut. Ein weiterer Bestandteil der Aktion ist, dass Informationen zum Thema Inklusion - also der gleichberechtigten Teilnahme von behinderten und nichtbehinderten Menschen an der Gesellschaft - auf LED-Texttafeln im Staubereich aufgespielt werden. Geplant sind außerdem Aktionen, in denen kreativ und informativ auf das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen aufmerksam gemacht werden soll. Hierfür wird hauptsächlich mit dem Projekt "Elzstraße 5", einem Inklusionsprojekt der Sozialtherapeutischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft "Am Bruckwald", kooperiert.

Zum Start der Aktion äußerte sich am Dienstag Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer in Waldkirch sehr beeindruckt und dankte allen Beteiligten. Wer jetzt für eine halbe Stunde oder auch mal länger im Stau stehe, bekomme so die Gelegenheit, seine Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema Inklusion zu richten. In Waldkirch leben etwa 3000 Menschen mit einer anerkannten Behinderung; dazu sehr viel mehr weitere mit Einschränkungen durch Krankheit und Alter. Es gehe darum, sie alle, so wie sie sind, mit ihren Fähigkeiten an der Gesellschaft teilhaben zu lassen. Oberbürgermeister Richard Leibinger äußerte sich in ähnlicher Richtung und dankte für die finanzielle Unterstützung durch die Sparkasse und die Stadtwerke. Professor Thomas Klie, Professor der Evangelischen Hochschule, wünschte sich, dass alle, die jetzt unter zeitweiser (Verkehrs-)Behinderung leiden, dies positiv umdeuten mögen in Entschleunigung und Nachdenklichkeit. Es sei eine Bürgertugend, jeden Menschen als seinen Nächsten zu sehen, egal, ob er eine Behinderung hat oder nicht.

Die BZ begleitet die Aktion mit einer Artikelserie zum Thema Inklusion und Berichten über Einzelaktionen. Außerdem werden ergänzend von der BZ aktuelle Tagesnachrichten für die LED-Tafeln an den Straßen zur Verfügung gestellt.