F.A.Z. Rhein-Main-Zeitung, 28.09.2018

 

Franchise-Messe zurück in Frankfurt

dkos. FRANKFURT. Bei dem Begriff Franchise denken wohl die meisten Menschen zuerst an Gastronomie, genauer gesagt an Fastfood-Läden: Burger, Pizza, Hähnchenflügel. Auf der Franchise Expo auf dem Gelände der Messe Frankfurt zeigen mehr als 120 Aussteller aus aller Welt noch bis einschließlich Samstag, dass die Branche vielseitiger ist als gemeinhin angenommen. "Natürlich hilft dem Image des Franchising ein Ankerunternehmen mit großem Namen wie McDonald's, deshalb wird es ja auch immer als Erstes genannt. Aber mit der Messe wollen wir auch signalisieren, wie breit und wie heterogen die Szene aufgestellt ist", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Franchiseverbandes, Torben Leif Brodersen. Er legt Wert darauf, dass sich die Messe für ein breites Publikum eignet. "Die Franchise Expo richtet sich an alle Seiten: die Franchise-Geber, die neue Partner suchen, die Nehmer, die bereits ein Geschäft haben und expandieren wollen. Und an die Gründer, die sich etwas neu aufbauen wollen."

Längst geht all das nicht mehr nur mit Fastfood-Restaurants. Tatsächlich entfällt nur etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen, die nach dem Franchise-Prinzip arbeiten, auf die Gastronomie. Die meisten Unternehmen gehören dem Dienstleistungssektor an. Das spiegelt sich auch beim Gang über die Messe wider: Kunstblumen zum Mieten für Firmen, Eingangstüren aus Slowenien, Belgische Pralinen eines griechischen Familienunternehmens - für all das gibt es einen Franchise-Partner. Ebenfalls sehr präsent auf der Messe sind die Themen Fitness und Gesundheit, 13 Stände gibt es hierzu. Auch einige Unternehmen aus Nordamerika haben den Weg nach Frankfurt gefunden. Dort ist sind Franchise-Systeme wesentlich weiter verbreitet und größer aufgezogen, als dies in Deutschland der Fall ist.

Internationale Erfahrungen hat auch der Veranstalter der Messe namens MFV Expositions. Seit 25 Jahren richtet das Unternehmen Franchise-Messen in New York, Japan und mehreren europäischen Ländern aus. Bei einer Schau im vergangenen Jahr in Las Vegas kam dann die Idee auf, ein Pendant in Deutschland zu veranstalten, gemeinsam mit dem Deutschen Franchiseverband als Partner vor Ort. Dass die Messe dabei gerade in Frankfurt gelandet ist, hat laut Torben Leif Brodersen zwei Gründe: zum einen die gute Erreichbarkeit der Stadt und die zentrale Lage in Deutschland; aber auch, dass es in der Mainmetropole in der Vergangenheit bereits Messen zu dem Thema gab. In den neunziger Jahren fand dort über mehrere Jahre eine internationale Franchise-Messe statt, 2002 war dann aber Schluss. "Nach 16 Jahren Pause bringen wir mit unserer Messe das Thema wieder zurück nach Frankfurt", sagte Brodersen.