Westdeutsche Allgemeine WAZ, 27.07.2017

 

BUND fordert mehr Schutz für den Heidesee

Kontrollen abends und am Wochenende sowie Überwachung des Fütterungsverbotes

Die geplanten Kontrollen von Stadt, Regionalverband und Polizei rund um den Heidesee sind eine gute Sache, sagen BUND und Angelverein Petri Heil. Doch sie könnten nur ein Anfang sein, um den Naturschutz am Heidesee konsequenter durchzusetzen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme weisen Reinhard Glowka, Vorsitzender des Angelvereins Petri Heil und Fischereiberater der Stadt, sowie Helga Märker und Jürgen Schmidt vom BUND auf die Schutzwürdigkeit der Region hin: Der Heidesee sei FFH (Fauna, Flora Habitat)- und Naturschutzgebiet,, ein Ökosystem von landesweiter Bedeutung vor allem wegen seiner Unterwasservegetation. Wesentliche Voraussetzung für den Erhaltungszustand sei die Nährstoffarmut. Deshalb werde im Landschaftsplan das Verbot der Fütterung von Wasservögeln gefordert, um die Nährstoffarmut des Sees zu gewährleisten, sowie die Verbesserung der Uferstrukturen.

Die Fütterung von Wasservögeln sei häufig zu beobachten, ebenso das Baden von Hunden und die Zerstörung der Uferbereiche durch Erholungssuchende, die sich zahlreiche Pfade ans Wasser gebahnt haben. Die im Landschaftsplan geforderte Lenkung des Erholungsverkehrs in den Bereich des geplanten Badesees Töttelberg werde noch lange nicht möglich sein.

BUND fordert Ranger-Einsatz
Der BUND Bottrop fordere seit längerem im Naturschutzbeirat der Stadt Bottrop den verstärkten Einsatz von Rangern des RVR vor allem in den Abendstunden und an Wochenenden, mit dem Recht Bußgelder zu verhängen. Schließlich sei der Heidesee Bestandteil des Naturparks Hohe Mark.

Die Darstellungen auf den Verbotsschildern in den Eingangsbereichen am Heidesee seien zum Teil unlesbar, viel zu klein und ein Fütterungsverbot wird überhaupt nicht ausgesprochen.

Ein Naturlehrpfad am Heidesee sei in Zusammenarbeit eines Bottroper Gymnasiums und des Angelvereins Petri Heil in der Planung, um die Spaziergänger auf die Besonderheiten des Naturschutzgebietes hinzuweisen.

Außerdem sei zu überlegen, ob Anpflanzungen von Wildrosen und Berberitzen in den Uferbereichen erfolgen sollen, um den Zugang zum Gewässer zu verhindern. ks