Westdeutsche Allgemeine WAZ, 27.07.2017

 

Mittelerhöhung ist nun besiegelt

Gestern wurde der Standortvertrag für den Landschaftspark Nord unterzeichnet. Dieser sichert für die nächsten zehn Jahre mehr Geld für die Instandsetzung zu

Von Autor: Thomas Richter

Die Tinte ist bereits getrocknet: Der neue Standortvertrag für den Landschaftspark Nord zwischen dem Regionalverband Ruhr (RVR) und der Duisburg-Kontor Hallenmanagement GmbH wurde gestern unterzeichnet. Nun ist auch offiziell besiegelt, dass die Betreiber des ehemaligen Hüttenwerks bis Ende 2026 vom Land NRW und dem RVR pro Jahr addiert 2,9 Millionen Euro für die Instandhaltung des Baudenkmals überwiesen bekommen, also 1,4 Millionen mehr als zuvor (wir berichteten).

Von der Stadt Duisburg kommen per anno noch rund 700 000 Euro hinzu. Dieser Zuschuss bleibt unverändert. Die Vertragsunterzeichnung nahmen Duisburg-Kontor-Chef Peter Joppa, RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel und Landschaftspark-Leiter Ralf Winkels vor. Der Meidericher Ratsherr Bruno Sagurna (SPD) war als Aufsichtsrat der Ruhr Tourismus GmbH ebenfalls zugegen. Die Signatur wurde im Raum „Metropole Ruhr“ des Hüttenmagazins aufs Papier gesetzt. „Und hier ist eindrucksvoll zu sehen, wofür wir die Mittel einsetzen“, sagte Winkels mit Blick auf den abgeschlossenen Umbau dieses Raumes.

Der Landschaftspark soll als Baudenkmal erhalten, aber für die Besucher auch weiter geöffnet werden – etwa die Gasförderstation.
Foto: Stephan Eickershoff

RVR-Chefin Geiß-Netthöfel hob noch einmal die enorme Anziehungskraft hervor, die die Route der Industriekultur im Allgemeinen und der Landschaftspark im Besonderen auf Touristen ausstrahlt. „Wir stoßen inzwischen auf ein internationales, ja fast weltweites Interesse“, sagte sie. Und diese Magnetwirkung bekämen auch die Hoteliers in Duisburg zu spüren. Laut Peter Joppa verzeichnete die Branche in Duisburg für 2016 ein Plus von rund 13 Prozent bei den Übernachtungszahlen. „Und im ersten Halbjahr 2017 waren es erneut 5,5 Prozent mehr Gäste als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum“, erklärte Joppa.

„Ich bin glücklich, dass die Finanzierung gesichert ist“, sagte Bruno Sagurna. Ein funktionierender Landschaftspark wirke sich auch positiv auf das Leben in Meiderich und dem angrenzenden Alt-Hamborn aus.

Dass mehr Geld fließt, bedeutet nicht, dass Park-Leiter Winkels nun prassen könnte. Im Gegenteil: „Die Notwendigkeiten des Erhalts sind in den vergangenen Jahren ständig gewachsen. Die bisher geflossenen Mittel haben dafür noch nie ausgereicht.“ Jetzt können aber die wichtigsten Projekte sofort angegangen werden: etwa die Sanierung der drei Kamine, die sich über zwei Jahre hinziehen könne.

Das bisher für die Öffentlichkeit geschlossene Messhaus hinter dem Tauchgasometer soll innerhalb der nächsten fünf Jahre zugänglich gemacht werden. Und die Gasförderstation in Blickweite zu Hochofen 5 soll deutlich davor als neuer Aussichtspunkt freigegeben werden (wir berichteten). Hingegen wird sich die gedachte Öffnung der Gasreinigung Ost (Winkels: „Das ist mein persönliches Lieblingsbauwerk hier“) wohl erst nach 2023 realisieren lassen. Sicher ist, dass in der Kraftzentrale in 2018 Teile der Veranstaltungstechnik ausgetauscht werden.

Dank der gesicherten Finanzierung für die nächsten zehn Jahre konnte das Landschaftspark-Team auf 20 Kräfte erweitert werden. „Wir haben allein vier neue Schlosser eingestellt“, so Winkels.

Bild 1:
Der Landschaftspark soll als Baudenkmal erhalten, aber für die Besucher auch weiter geöffnet werden – etwa die Gasförderstation.
Foto: Stephan Eickershoff

Bild 2:
Über den unterzeichneten Standortvertrag freuten sich (v. l.) Peter Joppa, Bruno Sagurna, Karola Geiß-Netthöfel und Ralf Winkels.
Foto: Udo Milbret