Frankfurter Neue Presse, 23.04.2008

 

Ein starker Auftritt der Eintracht

Neuenhain.  So hatten sich das die Organisatoren des Jubiläumsspiels zum 100-jährigen Vereinsbestehen der SG Bad Soden und des FV Neuenhain gegen den Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt vorgestellt: 2500 Zuschauer kamen gegen die mit komplettem Kader angereisten Profis auf dem Sportplatz Am Sauerborn voll auf ihre Kosten und sahen ein torreiches 21:0 (13:0) der Bundesliga-Kicker gegen die beiden A-Ligisten. Und auch wenn Stars wie der Tscheche Martin Fenin oder Sotirios Kyrgiakos nur als Zuschauer dabei waren, erfüllten sie doch den Fans die Autogrammwünsche und standen für Fotos bereit.  
        In der ersten Halbzeit durften sich die Bad Sodener mit den Frankfurtern messen, weil sie beim Liga-Derby die Anstoß-Wahl gewonnen hatten. Doch die Profis um Eintracht-Kapitän Ioannis Amanatidis legten los wie die Feuerwehr und trafen mit einigen wunderbar herausgespielten Toren 13 Mal. Da hatten die Stürmer Hakim Achtary, Sami Ademay oder Branko Maric einen schweren Stand. „Kaum hat man den Ball sind schon zwei Gegenspieler da. Das sind Athleten. Trotzdem hat es riesig Spaß gemacht“, war Maric nach der ersten Halbzeit aus der Puste. Auch Ademay konnte den Wunsch seines Trainers Wolfgang Pfister („Unser Ziel ist es, ein Tor zu schießen“) nicht erfüllen, vergab aber kurz vor der Pause die beste Chance der Bad Sodener, als ihm der Ball bei seiner Brust-Annahme etwas zu weit versprang. „Das wäre der Höhepunkt gewesen. Wenn ich den reingemacht hätte, hätte sich meine Karriere sofort beendet“, meinte Ademay. Und auch wenn kein Treffer gelang, war Pfister zufrieden: „Es hat Spaß gemacht.“  
        Im zweiten Abschnitt durften die Gastgeber vom FV Neuenhain ran. Nachdem sie mit ihren Freunden aus Bad Soden in die erste Halbzeit gefiebert hatten, wollten sie auf keinen Fall so viele Gegentreffer mehr hinnehmen. So konnte sich der Neuenhainer Torhüter Patrick Fangmann gleich zu Beginn mit drei starken Paraden gegen Mantzios und Mahdavikia auszeichnen und musste bis zu seiner Auswechslung nach 22 Minuten – wie mit Trainer Michael Prager verabredet – nur drei Tore hinnehmen. „Darauf bin ich sehr stolz. Der erste Ball hat mir gleich Selbstvertrauen gegeben. Und das ausgerechnet gegen einen Verein, von dem ich Fan bin. Wir haben gut dagegen gehalten“, war Fangmann mit sich und seinem Team zufrieden. Denn auch ohne ihn kassierten die Neuenhainer nur noch fünf Tore und siegten so zumindest im internen Duell mit Nachbar SG Bad Soden, die in der Liga viel besser stehen. Und auch die beste Chance, einen Treffer gegen die Profis zu erzielen, verbuchten die Neuenhainer für sich. In der Schlussminute kam Stefan Vogelreiter aus 16 Metern frei zum Schuss, zielte aber genau in die Arme von Oka Nikolov. „Ich habe Platz gehabt und hätte noch ein Paar Meter gehen müssen. Fast hätte ich ihn reingemacht“, raufte sich Vogelreiter nach dem Schlusspfiff die Haare. Trainer Prager war einfach nur glücklich: „Ich bin einfach nur stolz und hoffe, dass wir etwas davon mit in unsere letzten Spiele nehmen können.“  
        In der zweiten Halbzeit vergaben die Frankfurter vor allem durch Marcel Heller und Evangelos Mantzios noch zahlreiche gute Chancen und waren nicht mehr so konsequent wie im ersten Abschnitt. Dafür zeigten sie den Zuschauern das ein oder andere Kabinettstückchen und klatschten bei Unterbrechungen, oder wie der Brasilianer Caio nach seinem Tor zum 19:0, mit den Fans am Spielfeldrand ab.  
        Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Michael Wiebe, der in Jürgen Wagner (RS Hofheim) und Pascal Winkler (BSC Altenhain) gute Assistenten hatte, gab es kein Halten mehr. Und während die meisten Eintracht-Profis fluchtartig den Weg in die Kabine suchten, nahmen sich vor allem die jungen Spieler wie Marco Russ oder Faton Toski noch Zeit, um die Autogrammwünsche ihrer vielen Fans zu erfüllen. (cn)