Kieler Nachrichten, 03.12.2017

 

Kreative zieht es zum Alten Markt

Zwischennutzung

Kiel. Schon jetzt ist Elisabeth Prantl mit ihren Kunst-Drucken im Konzept Store in der Kehdenstraße vertreten, könnte sich aber vorstellen, auch langfristig ein eigenes Ladenlokal in der Innenstadt von Kiel zu mieten. „Die vorübergehende Nutzung ist ein Probelauf, bei dem ich die Resonanz auf meine Arbeit testen kann. Bisher arbeite ich in einer nicht öffentlichen Werkstatt. Dabei ist ja gerade der Weg, wie ein Werk entsteht, das spannende. Vor allem, wenn man es auch zu erschwinglichen Preisen erstehen kann“, erläutert die Künstlerin ihre Motivation.
Auch die Freie Kunst ist rund um den Alten Markt präsent: So hat die Muthesius Kunsthochschule nach dem Erfolg des „Futur 3 Festivals“ im Oktober die Räumlichkeiten in der Flämischen Straße für sich entdeckt. „Zwei Studentinnen der Bildhauereiklasse werden dort ihre Werke für einen Bachelor- beziehungsweise Masterabschluss erarbeiten. Das Projekt endet mit einer Ausstellung in der ersten Februarhälfte, zu der öffentlich eingeladen wird“, verrät Kanzler Dirk Mirow.
Die Stadt Kiel unterstützt diese Entwicklung: „Wir hoffen, auch mittel- und langfristig eine Präsenz der kulturellen und kreativen Szene Kiels in prominenten Lagen ermöglichen zu können“, betont Volker Sponholz vom Referat Kreative Stadt. „Zwischennutzungen sind ein willkommener erster Schritt zu einer Innenstadt der Zukunft, in der Kreativität ein wesentlicher Bestandteil ist.“
Auch gibt es Neuigkeiten vom Vermietungsmarkt: Die Firma „Der Teppich“ zieht aus der Holstenbrücke in die Dänische Straße und bewohnt ab Januar die Räume des ehemaligen Robbe&Berking-Geschäfts. „Wir sind seit 40 Jahren in der Innenstadt und möchten unseren Kunden auch weiterhin Knöpfkunst direkt vom Hersteller bieten“, freut sich Inhaber Ghammaghami über die Einigung mit dem Eigentümer der Immobilie.
Und auch bei bestehenden kreativen Nutzungen ist Bewegung drin: So entwickelt sich der
Konzept Store in der Kehdenstraße, Treffpunkt für Einzelhändler und Kieler Konzepte, zu einem Impulsgeber für die weitere Entwicklung der Altstadt. Das Betreiber-Duo Bummelbude und Kieler Wirtschaftsförderung freuen sich gemeinsam mit Kiel-Marketing über erste Resultate, die sich beispielsweise bei der Nutzung des ehemaligen Blumenladens erkennen lassen.

d Artikel veröffentlicht: Sonntag, 03.12.2017 08:00 Uhr