Wiesbadener Kurier, 08.02.2010

 

Warnstreiks in Rheinland-Pfalz: Bus- und Tramverkehr in Mainz lahmgelegt

Mit einem mehrstündigen Warnstreik in etlichen rheinland-pfälzischen Städten hat die Gewerkschaft Verdi am Montag ihre Tarifforderungen für den öffentlichen Dienst bekräftigt. In Mainz war unter anderem der öffentliche Personennahverkehr betroffen. Nach Angaben der Gewerkschaft fuhr von Dienstbeginn an keiner der 117 Busse, und auch die 23 Straßenbahnen seien im Depot geblieben. „Es geht tatsächlich nix, außer drei oder vier Linien“, die privat gefahren werden, sagte ein Verdi-Sprecher.

Dies betraf vor allem Busse von und nach Wiesbaden. Entsprechend voller waren die Straßen am Morgen. Eine Polizeisprecherin sagte: „Es waren mehr Pkw in der Rushhour unterwegs.“ Die Gewerkschaft hatte außerdem die Mitarbeiterinnen von zahlreichen Kindergärten in Mainz und Ludwigshafen sowie die 500 Beschäftigten der Müllabfuhren in beiden Städten und in Worms zum befristeten Ausstand aufgerufen. Zum Warnstreik in den Kitas hatte ebenfalls die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen.

Auch Mitarbeiter von kommunalen Kliniken, Stadtwerken und Stadtverwaltungen sollten sich laut Verdi an den Aktionen beteiligen. Insgesamt erwartete die Gewerkschaft Warnstreiks in mehr als 20 Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz mit insgesamt mehr als 3.000 Teilnehmern.

Zentrale Kundgebung am Mittag in Worms

Rund 3.000 Beschäftigte haben sich in Worms zur landesweiten Protestkundgebung der Gewerkschaft Verdi eingefunden. Nach Gewerkschaftsangaben kamen sie aus mehr als 80 Betrieben von Koblenz bis Zweibrücken. Nach einem Protestmarsch vom Rheinufer durch die Stadt füllte sich der Ludwigsplatz vollständig mit den Protestierenden, die ein ganzes Fahnenmeer mitgebracht haben und mit Trillerpfeifen ihre Forderung nach 5 Prozent mehr Lohn lautstark Ausdruck verleihen. Verdi-Landesleiter Uwe Klemens schwört die Beschäftigten auf weitere Aktionen ein. Die Tarifverhandlungen waren in der vergangenen Woche ergebnislos vertagt worden und sollen an diesem Mittwoch fortgesetzt werden. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.

Die Auswirkungen des Warnstreiks halten sich dagegen in Worms in Grenzen. Für Berufstätige Eltern wurden Not-Kitas eingerichtet, die nach Angaben der Stadtverwaltung in Einzelfällen auch genutzt wurden. Die meisten Eltern jedoch nutzten offensichtlich eigene Netzwerke zur Kinderbetreuung. Geschlossen blieben die Bauschutt-Deponie und der Abfallwirtschaftshof.